Schon im 19. Jahrhundert erkannte man, dass für eine wirksame Brandbekämpfung gut ausgebildete Wehren notwendig sind. Deshalb wurden die gemeindlichen Pflichtfeuerwehren zu Wehren auf freiwilliger Basis umgewandelt. In Stetten wurde  am 23.05.1893 in der „Bach’schen Wirtschaft“, heute Gasthaus Ortner von 38 Männern die Freiwillige Feuerwehr Stetten gegründet. Die Gründung erfolgt vielleicht auch deshalb, weil die Gemeinde in den vorangegangenen Jahren die Ausrüstung bedeutend verbessert hat. So kaufte die Gemeinde im Jahre 1891 zum Preis von 1025 Mark eine vierrädrige Saug- und Druckspritze von der Fa. Margirus in Ulm.

Bei der Gründung wurde die Vorstandschaft beauftragt, die Uniform und Ausrüstung zu besorgen, „hierbei aber möglichst sparsam zu verfahren und mehr auf Haltbarkeit und praktische Verwendbarkeit, als auf Noblesse zu sehen“.

Übungen fanden regelmäßig in den Monaten Mai und Juni statt. Übungsplatz war der Ebenwasen. Durchschnittlich wurde fünfmal ausgerückt, so z. B. 1906: 20. Mai Fußübung abens 7 Uhr, 27. Mai Trockenangriff, 8. Juni Wasserangriff und Fußübung, 15. Juni Gerätschaftsübungen, 27. Juni nasser Angriff in Maicha. Alljährlich fand eine Generalversammlung statt. Dabei wurde es nie versäumt, auf den jeweiligen bayerischen König ein dreifaches „Hurra“ darzubringen. Nach der Rechnungsabhör und Bekanntgaben „unterhielten sich die Mitglieder durch Gesang und solide Gespräche bis zur letzten Abendstunde“. Eine Tradition, die auch heute noch bei den Generalversammlungen gerne gepflegt wird.

Bei den regelmäßigen Inspektionen schnitt die Stettner Wehr meist gut ab. 1911: „Mannschaft gut im Signal und auf Kommando gut geschult.“

Während des 2. Weltkrieges wurden die älteren passiven Wehrmänner wieder zum aktiven Dienst herangezogen. 1945 musste man eine Reserve von über 60jährigen Männern aufstellen, da alle anderen Männer beim Volkssturm Dienst leisten mussten. Es fanden Aufklärungsvorträge über Luftschutzmaßnahmen und die Bekämpfung von Stabbrandbomben statt. Der Feuerwehrkommandant hieß nun Wehrführer.

Das 50jährige Jubiläum wurde wegen der Kriegszeit 1943 schlicht und im kleinen Rahmen begangen. Nach einer „Hauptübung“ versammelte sich die Wehr im Gasthaus Höhenberger. Hier trug Schriftführer Bach das Gründungsprotokoll und die Chronik der vergangenen 50 Jahre vor. „Wehrfrührer“ (Kommandant) Michael Meier gedachte der Kameraden, die in den Kriegsjahren der beiden großen Weltkriege gefallen sind. Es waren dies fünf Kameraden im 1. und zwölf im 2. Weltkrieg.

Nach dem 2. Weltkrieg wurde die Wehr neu geordnet. Bereits 1946 wurde eine neue Motorspritze angeschafft und die Ausrüstung der Wehr in den nächsten Jahren stetig verbessert. 1954 wurde eine Wasserreserve in Maicha gebaut, 1960 folgte Stetten mit dem Bau einer größeren zentral gelegenen Anlage, nachdem schon 1938 vor dem Haus-Nr. 28 eine Reserve angelegt wurde.

1970 wurde in dem ehem. Molkereigebäude ein Feuerwehrgeräteraum eingerichtet, da das alte Spritzenhaus zu klein geworden war. 1988 zogt der ehemalige Mieter aus dem Molkereigebäude aus, so dass das Gebäude leer stand. 1988 stellte die Feuerwehr bei der Stadt Gunzenhausen den Antrag, in dieses Gebäude einen Schulungs- und Sitzungsraum einzubauen. Die Stadt übernahm die Materialkosten bis 17.000 DM. Die Ausbauarbeiten wurden von den Kameraden in Eigenregie durchgeführt. Am 26. August 1990 konnte das neu gestaltete Feuerwehrhaus seiner Bestimmung übergeben werden.

Seit den 60iger Jahren wurde die Ausbildung der Wehr auf eine neue Grundlage gestellt. Seitdem besuchten viele Kameraden die Lehrgänge an der Staatlichen Feuerwehrschule Würzburg.

Seit 1973 wird in regelmäßigen Abständen die Leistungsprüfung in verschiedenen Stufen abgelegt. Die Möglichkeit seine Können unter Beweis zu stellen wird von den Kameraden gerne wahrgenommen, so dass die Feuerwehr Stetten mit bis zu 3 Gruppen an der Leistungsprüfung teilnimmt.

Auch die Geselligkeit kommt bei den Feuerwehrkameraden nicht zu kurz. So werden wiederholt unvergessliche Ausflugsfahrten, Grillabende und Faschingsbälle durchgeführt.

Am 25. und 26. Juni 1983 fanden die Feierlichkeiten zum 90jährigen Gründungsjubiläum statt. Das Fest begann am Samstag mit einem Kameradschaftsabend. Höhepunkt des Abends war die Enthüllung der neuen Fahne. Die Kosten der Fahne von 5400 DM wurden durch Spenden aufgebracht. Der Sonntag gebann mit einem Weckruf der Posaunenbläser und einer Gedenkfeier am Ehrenmal der Kirche. Nach einem gemeinsamen Mittagessen bewegte sich ein Festzug mit 28 Vereinen durch den geschmückten Ort. Mit einem „Fränkischen Dorfabend“ ließen die Kameraden das gelungene Fest ausklingen.

Am 25.03.1991 wurde in einer außerordentlichen Generalversammlung beschlossen das 100jährige Gründungsjubiläum im großen Rahmen zu feiern.

Aufgrund von umfangreichen Straßen- und Kanalbauarbeiten im Dorf, konnte das Fest nicht im Jubiläumsjahr stattfinden, sondern konnte erst ein Jahr später stattfinden. Als Termin wurde der 12. – 15. Mai 1994 festgelegt.

Im Festausschuss waren neben dem Vorsitzenden Hans Auinger, der Kommandant Karl Schaudig, sein Stellvertreter Martin Glungler und der Vorstand Xaver Memmel vertreten. Vervollständigt wurde der Festausschuss durch Ortssprecher Karl Gutmann, Manfred Wedel, Wolfang Holzmeyer und Friedrich Lehmeyer.

Als Schirmherr konnte, wie auch schon beim 90jährigen Gründungsfest der Erste Bürgermeister der Stadt Gunzenhausen, Willi Hilpert gewonnen werden.

Die Feierlichkeiten begannen am Donnerstag, indem die sanierte Dorfstraße offiziell ihrer Bestimmung übergeben wurde. Rund zwei Millionen Mark wurden in Stetten von der Stadt Gunzenhausen und dem Landkreis in die Sanierung der Ortsdurchfahrt und des Kanalnetzes investiert. Als „I-Tüpfelchen“ wurde von Altbürgermeister Ernst Ellinger und dem Vorsitzenden des Obst- und Gartenbauvereins Hans Auinger der neue Dorfbrunnen enthüllt.

Auch von privater Seite wurde die letzten beiden Jahre viel Arbeit und Geld investiert, damit sich Stetten „festlich gekleidet“ erscheint. Rund um die Anwesen, wurde geschaufelt, gerecht, gesät und Fassaden, Tore und Türen neu gestrichen und gestaltet.

Am Freitag fand der große bunte Abend mit der „Zillertaler Starparade“ statt. Vier aus Funk und Fernsehen bekannte Bands aus dem Zillertal sorgten für Stimmung und ein volles Zelt.

Am Samstagabend wurde zunächst mit der Blaskapelle Dittenheim die Patenwehr aus Nordstetten abgeholt und gemeinsam zum Zelt marschiert. Nach der Begrüßung durch Vorstand und Kommandant hielt der Schirmherr die Festansprache. Im Laufe des Abends konnten etliche Kameraden für langjährige Dienstzeit in der Feuerwehr Stetten ausgezeichnet werden. Den beiden Gruppen, die vor dem Fest die Leistungsprüfung abgelegt hatten, wurden durch den Kreisbrandrat Josef Berger die entsprechenden Abzeichen verliehen.

Der Sonntag begann mit einem Totengedenken am Kriegerdenkmal und einem anschließend Festgottesdienst im Festzelt. Nach einem gemeinsamen Mittagessen zog am Nachmittag ein Zug mit über 90 Gruppen durch den Geschmückten Ort. Am Abend ließ man das Fest gemütlich mit Musik und Tanz ausklingen.

Wir waren auch in den letzten 25 Jahren sehr aktiv. Dennoch befindet sich unsere jüngste Chronik noch im Aufbau.

 

Kommandanten der FFW Stetten

1893 – 1895 Georg Amslinger
1896 – 1903 Johannes Meier
1904 – 1918 Friedrich Beil
1919 – 1927 Friedrich Glotz
1928 – 1933 August Klungler
1933 – 1949 Michael Meier
1949 – 1960 Georg Ortner
1960 – 1965 Karl Ortner
1966 – 1976 Wilhelm Walz
1977 – 1987 Xaver Memmel
1987 – 1992 Willi Bergdolt
1992 – 2010 Karl Schaudig
2011 – 2014 Martin Glungler
2015 – heute Christoph Schuster

Vorstände der FFW Stetten

1893 – 1894 Georg Riedel
1894 – 1919 Friedrich Beil
1919 – 1933 Georg Hahn
1933 – 1945 Friedrich Beil
1946 – 1966 Georg Fischer
1967 – 1987 Ernst Ellinger
1987 – 1998 Xaver Memmel
1999 – 2010 Karl Schuster
2011 – heute Karl Schaudig